Der neue Nachtzug, der ab 2028 vier berühmte europäische Städte miteinander verbinden wird

Ab 2028 wird das Reisen über Nacht zwischen Mitteleuropa und Skandinavien einfacher. Ein neuer Nachtzug wird vier europäische Großstädte miteinander verbinden, wodurch Umstiege reduziert werden und Reisende lange Strecken im Schlaf zurücklegen können.

Auf Reisen schlafen und die Zeit optimal nutzen: Das ist die Philosophie hinter Nachtzügen.
Auf Reisen schlafen und die Zeit optimal nutzen: Das ist die Philosophie hinter Nachtzügen.

Ab 2028 wird es möglich sein, Skandinavien mit dem Nachtzug zu erreichen, ohne mehrmals umsteigen zu müssen. Der Bahnbetreiber European Sleeper hat eine neue Strecke angekündigt, die Brüssel (Belgien) und Amsterdam (Niederlande) mit Kopenhagen (Dänemark) und Malmö (Schweden) verbindet. Damit wird das Netz der Nachtverbindungen erweitert, mit dem eine Art des Reisens durch Europa wiederbelebt werden soll, die einst zum Aussterben verurteilt schien.

Der neue Dienst soll voraussichtlich im Frühjahr 2028 an den Start gehen und den Fahrgästen ermöglichen, einen Großteil Nordeuropas über Nacht zu durchqueren. Die Strecke ist Teil des Ausbaus der belgisch-niederländischen Kooperation, die auf Nachtzüge als Alternative zum Flugverkehr setzt.

Von Brüssel nach Skandinavien, während Sie schlafen

Das Prinzip ist einfach: Man steigt am Nachmittag oder frühen Abend in den Zug ein und kommt am nächsten Morgen am Zielort an, wodurch sich ein Großteil der Zeit erspart, die man normalerweise an Flughäfen oder beim Umsteigen auf andere Züge verbringt.

Bahnhof in der schwedischen Stadt Malmö.
Bahnhof in der schwedischen Stadt Malmö.

Nach ersten Angaben des Unternehmens sollen die Abfahrten in Brüssel und Malmö gegen 19:00 Uhr erfolgen, die Ankunft am Zielort ist für etwa 10:00 Uhr am nächsten Morgen vorgesehen. Einige Details müssen noch endgültig festgelegt werden, darunter der vollständige Fahrplan, die Taktfrequenz und die genauen Zeiten für alle Haltestellen.

Durch diese Verbindung wird es zudem möglich sein, die Strecke als Tor zu anderen europäischen Zielen zu nutzen. Von den Städten aus, die von dem Zug angefahren werden, können Fahrgäste ihre Reise nach London, Paris, Stockholm oder Oslo fortsetzen, wobei diese Fahrten jedoch mindestens einen weiteren Umstieg erfordern.

Ein Zug, der zum Schlafen konzipiert ist

Der Verzicht auf Flugreisen wird nicht der einzige Reiz der neuen Strecke sein. European Sleeper möchte eines der Merkmale wiederbeleben, das die europäischen Nachtzüge einst so beliebt machte: die Reise selbst zu einer Übernachtungsmöglichkeit zu machen.

Nachtzüge lassen eine Art des Reisens durch Europa wieder aufleben, die einst zum Verschwinden verurteilt schien. European Sleeper.
Nachtzüge lassen eine Art des Reisens durch Europa wieder aufleben, die einst zum Verschwinden verurteilt schien. European Sleeper.

Die geplanten Züge werden verschiedene Arten von Unterkünften bieten, die von herkömmlichen Sitzen bis hin zu Liegeplätzen und Schlafabteilen reichen. Das Unternehmen erwägt zudem komfortablere Optionen, darunter Doppelbetten und eigene Badezimmer, obwohl das gesamte Angebot an Unterkünften auf der skandinavischen Strecke noch nicht bekannt gegeben wurde.

Da man im fahrenden Zug schlafen kann, lassen Reisende ihre Zeit zudem viel besser nutzen. Anstatt einen Teil des Tages mit Reisen, der Gepäckaufgabe und dem Warten auf den Einstieg zu verbringen, können Fahrgäste am Ende des Tages eine Stadt verlassen und am nächsten Morgen in einem anderen Land den Tag beginnen.

Gerade diese Kombination aus Komfort, Zeitersparnis und dem Erlebnis einer Bahnreise sorgt dafür, dass Nachtzüge in ganz Europa wieder auf dem Vormarsch sind.

European Sleeper baut sein Streckennetz aus

Die neue Verbindung nach Skandinavien wird kein Einzelprojekt bleiben. European Sleeper baut sein internationales Streckennetz schrittweise aus und betreibt bereits Nachtverbindungen zwischen Brüssel und Prag sowie eine Strecke zwischen Paris und Berlin.

Zum Streckennetz gehört auch die neue Verbindung Brüssel–Mailand, die am 9. September in Betrieb genommen werden soll. Die Reisezeit beträgt rund 17½ Stunden, und die Verbindung wird zunächst an drei Tagen pro Woche angeboten. Auf der Strecke sind Zwischenstopps in Städten wie Köln und Zürich vorgesehen.

Der Ausbau zeigt, wie sehr Nachtzugreisen wieder an Bedeutung im europäischen Tourismus gewinnen. Das Ziel besteht nicht mehr nur darin, zwei große Hauptstädte miteinander zu verbinden, sondern ein Netz aufzubauen, das internationale Reisen ermöglicht, ohne dabei zwangsläufig auf Flugzeuge angewiesen zu sein.

European Sleeper hat zudem Pläne für eine künftige Nachtverbindung zwischen Brüssel und Barcelona angedeutet, auch wenn noch kein konkretes Startdatum bekannt gegeben wurde.

Wie viel kostet eine Reise nach Skandinavien?

Eine der wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der neuen Strecke sind die Fahrpreise. European Sleeper hat die endgültigen Fahrpreise für die Verbindung zwischen Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Schweden noch nicht bekannt gegeben.

Die aktuellen Fahrpreise auf den anderen Strecken des Unternehmens geben einen groben Überblick darüber, was Reisende in den verschiedenen Komfortklassen erwarten können. So lässt sich beispielsweise eine einfache Fahrt zwischen Paris und Berlin ab etwa 79 Euro pro Person in einem Mehrbettabteil buchen, während komfortablere Optionen etwa 116 Euro kosten können.

Die Preise für die neue Verbindung werden voraussichtlich von der zurückgelegten Strecke, dem Buchungsvorlauf und der gewählten Unterbringungsart abhängen. In jedem Fall lassen sich durch das Schlafen während der Reise durch Europa die Kosten für eine Hotelübernachtung einsparen, während die Ruhezeiten gleichzeitig als Reisezeit genutzt werden können. Für Reisende, die es nicht eilig haben und den Kontinent lieber in gemächlichem Tempo erkunden möchten, könnte die neue Strecke eine besonders attraktive Option sein.