Winter weiter im Rekordflug! Auch im Februar kein Wintereinbruch

Auch im Februar kann der Winter in Deutschland kein Comeback starten. An einigen Stationen wird nahezu an jedem Tag des Monats eine zweistellige Höchsttemperatur erreicht. Warum der Februar in Mitteleuropa so mild ausfällt und ob es auch irgendwo noch richtigen Winter gibt, erfahrt ihr im Artikel.

Regen
Kaum Sonne, dafür viele Wolken und Regen. Im Februar dominiert das Westwindwetter.

Der Winter zeigt sich im Februar weiterhin von seiner trüben und regnerischen, aber auch extrem milden Seite. Wie im angehängten Tweet von DWD-Meteorologe Adrian Leyser dargestellt, ist der Februar so mild wie noch nie zuvor. An der Station Frankfurt wurden im aktuellen Monat an fast allen Tagen eine Höchsttemperatur von 10,0 °C oder mehr registriert. Am wenigsten warm war es am 06.02. mit einer Höchsttemperatur von 9,5 °C. Bis zum Ende des Monats werden voraussichtlich mehr als 25 Tage auf dieser Liste stehen - der bisherige Rekord liegt bei 18 Tagen und stammt aus dem Jahr 1990.

Westwindlagen sind im Winter in den mittleren Breiten nichts ungewöhnliches. Warum die Temperaturen im aktuellen Winter dennoch so kalt ausfallen, liegt auch an den Temperaturen der Weltmeere. Für uns relevant ist dabei natürlich vor allem der Nordatlantik, der bei westlichen Wetterlagen als Wärme- und Feuchtequelle für Mitteleuropa.

Absoluter Wärmerekord der SST

Als Wärmequelle eignen sich die Ozeane derzeit hervorragend: Die gemittelte Oberflächentemperatur SST (sea surface temperature) zwischen 60°N und 60°S liegt aktuell mit knapp 21,1 °C nämlich so hoch wie noch zu vor. Damit ist der Allzeitrekord, der erst im August 2023 aufgestellt wurde, bereits wieder Geschichte.

Während der Winter auf weiten Teilen der Nordhalbkugel überdurchschnittlich mild ausfällt, gibt es auch einige Ausnahmen. Im westlichen Nordamerika liegen die Temperaturen unter dem Durchschnitt, besonders prominent tritt in ERA5-Reanalysedaten von Copernicus auch eine Kälteblase um Skandinavien in den Vordergrund. In Finnland verlief mit dem Januar bereits der vierte Monat in Folge mit einer Temperaturanomalie von -2 °C. Eine derartig "unterkühlte" Periode trat zuletzt im Winter von Dezember 2009 bis März 2010 auf.

Während in Skandinavien auch aktuell noch kalte Temperaturen vorherrschen, steuert Deutschland auch im Februar wieder auf einen Wärmerekord zu. Die Auswirkungen von kürzeren und milderen Wintern haben wir kürzlich in einem Beitrag zu den phänologischen Jahreszeiten zusammengefasst.