Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel - verrät uns Nebel im Oktober schon etwas über den Winter?
Der Oktober startet vielerorts mit dichtem Nebel. Eine alte Bauernregel stellt das Wetterphänomen sogar mit dem kommenden Winter in Verbindung. Doch was ist da dran?

Der Oktober zeigt sich an diesem Wochenende vielerorts von seiner typischen Herbstseite. In den Nächten zu Samstag und Sonntag kann sich gebietsweise dichter Nebel bilden. Teilweise sinkt die Sichtweite dabei auf unter 150 Meter, lokal kann sich der Nebel am Wochenende sogar bis in die Mittagsstunden halten.
Teils dichter Nebel läutet das Oktoberwochenende ein
Das ist kein Zufall: Mit dem Herbst werden die Nächte länger und die Sonne steht zunehmend tiefer. Bei wenig Wind kann der Boden während der Nacht stark auskühlen. Die Luft direkt darüber kühlt mit ab – erreicht sie dabei ihren Taupunkt, kondensiert Wasserdampf zu winzigen Wassertröpfchen. Die Luft ist "gesättigt" und der Nebel ist entstanden.
Besonders häufig passiert das in Senken, Tälern oder über feuchten Wiesen. Dort kann sich kalte Luft sammeln, während wenige Kilometer weiter bereits bessere Sicht herrscht.
Eine alte Bauernregel sorgt für eine Überraschung
Genau für dieses typische Oktoberwetter gibt es eine alte Bauernregel:
„Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel.“
Der Spruch klingt zunächst nach klassischem Wetter-Aberglauben. Er behauptet schließlich, dass ein nebliger Oktober auf einen schneereicheren Winter hindeutet. Doch tatsächlich wurde dieser Zusammenhang auch statistisch untersucht.
Der Deutsche Wetterdienst kommt bei der bekannten Variante „Viel Nebel im Oktober – viel Schnee im Winter“ auf eine Trefferquote von etwa 60 Prozent. In Jahren mit überdurchschnittlich vielen Nebeltagen im Oktober gab es demnach auch häufiger überdurchschnittlich viele Schneetage im Winter.

Das klingt zunächst erstaunlich – bedeutet aber keineswegs, dass viel Nebel auch Schneemassen für den Winter ankündigt.
Warum Nebel und Schnee überhaupt zusammenhängen können
Eine mögliche Erklärung liegt in der Wetterlage, die hinter dem Nebel steckt. Nebel tritt im Herbst besonders häufig bei ruhigem Hochdruckwetter auf. Schwacher Wind und klare Nächte begünstigen die nächtliche Auskühlung des Bodens und damit die Nebelbildung.
Solche Großwetterlagen können über längere Zeit bestehen. Der Nebel selbst ist also nicht die Ursache für einen späteren schneereichen Winter. Vielmehr können bestimmte großräumige Wetterbedingungen sowohl häufigen Nebel im Oktober als auch bestimmte winterliche Wetterlagen begünstigen.
Und genau hier liegt die Grenze der Bauernregel: Eine Trefferquote von rund 60 Prozent reicht nicht für eine verlässliche Winterprognose. In immerhin vier von zehn Jahren lag die Regel daneben. Somit lässt sich tatsächlich keine brauchbare konkrete Vorhersage für den kommenden Winter ableiten.
Dieses Wochenende passt zumindest zum alten Spruch
Für den Moment hat die Bauernregel allerdings einen ziemlich passenden Auftritt. Nach dem Abzug einer Kaltfront gelangt etwas kühlere Meeresluft unter zunehmenden Hochdruckeinfluss. Genau diese Kombination begünstigt die verbreitete Nebelbildung am Wochenende.
Nach der Auflösung kann sich der Oktober dabei durchaus wieder von seiner freundlicheren Seite zeigen. So liegen die Tiefstwerte am Samstagmorgen beispielsweise in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Teilen Mitteldeutschlands teilweise im einstelligen Bereich, während sich die Nebelfelder im Tagesverlauf vielerorts auflösen können.

Ob aus dem Nebel dieses Wochenendes tatsächlich ein schneereicher Winter folgt, bleibt allerdings offen. Für eine Winterprognose ist die alte Bauernregel zu unzuverlässig. Als erstaunlich gut überlieferte Wetterbeobachtung zeigt sie aber, wie genau unsere Vorfahren wiederkehrende Wetterlagen beobachtet haben.