Historisch starker El Niño" wird laut Klimavorhersagezentrum immer wahrscheinlicher!

Das Climate Prediction Center prognostiziert ein "historisch starkes" El-Niño-Ereignis mit steigender Wahrscheinlichkeit, das die Wettermuster weltweit mindestens bis zum Frühjahr 2024 stören wird.

El Niño
Gegenwärtig entwickelt sich sogar ein starker El Niño, der wahrscheinlich bis zum kommenden Frühjahr anhalten wird. Dies könnte anomale Temperaturen und Niederschläge rund um den Globus mit sich bringen.

In der Meteorologie zeichnet sich eine bemerkenswerte Entwicklung ab, die Wetterbegeisterte und Experten gleichermaßen in Atem hält. Laut der aktuellen Diagnosediskussion des Climate Prediction Center (CPC) könnte sich ein historisch starkes" El Niño-Ereignis ankündigen.

ENSO verstehen

Dieses Klimaphänomen, das als El Niño/Southern Oscillation (ENSO) bekannt ist, wird in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle in der globalen Wetterdynamik spielen. ENSO ist ein Klimamuster, das die Wechselwirkung zwischen dem Ozean und der Atmosphäre im tropischen Pazifik betrifft. Es hat drei Phasen: El Niño, La Niña, und neutral.

El Niño ist durch eine Erwärmung der Meeresoberflächentemperaturen gekennzeichnet, La Niña durch eine Abkühlung, und neutral bedeutet, wie der Name schon sagt, das Fehlen signifikanter Anomalien. Die Auswirkungen von ENSO sind weltweit spürbar und haben das Potenzial, dWettermuster zu stören und extreme Bedingungen hervorzurufen.

Aktueller ENSO-Status

Laut der jüngsten Diagnose des Climate Prediction Center befinden wir uns derzeit mitten in einem El-Niño-Ereignis, das voraussichtlich bis zum Frühjahr auf der Nordhalbkugel andauern wird (mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % zwischen März und Mai 2024). Dieses El-Niño-Ereignis ist besonders stark, und hier ist der Grund dafür:

1. Überdurchschnittliche Meeresoberflächentemperaturen: Die äquatorialen Meeresoberflächentemperaturen (SSTs) waren im September überdurchschnittlich hoch, ein Schlüsselindikator für El Niño. Positive Anomalien waren besonders im östlichen Pazifik zu beobachten, was die Stärke dieses Ereignisses hervorhebt.

2. Niño-Index-Werte: Die Niño-Index-Werte, die Temperaturanomalien in verschiedenen Regionen des tropischen Pazifiks messen, blieben alle über +1,0°C. Niño-3.4 lag zum Beispiel bei +1,5°C, was eine deutliche Erwärmung anzeigt.

3. Temperaturen unter der Wasseroberfläche: Während die Anomalien der Oberflächentemperaturen leicht zurückgingen, blieben sie über dem Durchschnitt, was auf eine anhaltende Erwärmung im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik hindeutet.

4. Atmosphärische Anomalien: Die atmosphärischen Bedingungen im tropischen Pazifik stimmten mit El Niño überein. Die Winde in den unteren Schichten des Zentralpazifiks waren ungewöhnlich westlich, während die Winde in den oberen Schichten östlich waren. Die Konvektion, also das Aufsteigen warmer, feuchter Luft, war im Zentral- und Ostpazifik verstärkt, was auf El Niño hinweist.

5. Negativer SOI: Der äquatoriale Southern Oscillation Index (SOI) und der traditionelle stationsbasierte SOI waren beide signifikant negativ, was die Existenz von El Niño weiter bestätigt.

Vergleich von El-Niño-, neutralen und La-Niña-Jahren

In einem neutralen Jahr herrschen im tropischen Pazifik durchschnittliche Meeresoberflächentemperaturen, ohne signifikante Anomalien. Dies führt zu relativ stabilen Wettermustern auf der ganzen Welt, ohne die extremen Bedingungen, die mit El Niño oder La Niña verbunden sind.

In einem La-Niña-Jahr ist das Gegenteil der Fall. Die Meeresoberflächentemperaturen kühlen sich ab, was zu einer Intensivierung der pazifischen Passatwinde, verstärkter Konvektion im westlichen Pazifik und einer größeren Wahrscheinlichkeit für mehr Hurrikanaktivitäten im Atlantik führt.

Ein starker El Niño bedeutet zwar nicht unbedingt extreme lokale Auswirkungen, aber er erhöht die Wahrscheinlichkeit von El Niño-bedingten Klimaanomalien auf globaler Ebene. Er kann zu veränderten Wettermustern führen, die die Temperatur und den Niederschlag in verschiedenen Regionen beeinflussen. Meteorologen und Klimawissenschaftler werden die möglichen Auswirkungen in den kommenden Jahren genau beobachten.

Vorwärts bewegen

El Niño feiert ein starkes Comeback, mit einer 30%igen Chance, dass es sich um ein "historisch starkes" Ereignis handelt und einer 80%igen Chance, dass es bis zum Frühjahr 2024 auf der Nordhalbkugel anhält. Dieses Klimaphänomen ist ein faszinierender Aspekt des Wettersystems der Erde, und seine Auswirkungen werden weltweit zu spüren sein. Weitere Informationen finden Sie auf dem ENSO-Blog der NOAA.

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