Stephen Hawking prognostiziert den Untergang der Erde bis zum Jahr 2600 und befürwortet die Kolonisierung des Weltraums
Ein britischer Wissenschaftler warnte, dass Bevölkerungswachstum, Energieverbrauch und Klimakrise den Planeten in sechs Jahrhunderten unbewohnbar machen könnten, und befürwortete die Erforschung des Weltraums als einzige Alternative zur Erhaltung der Menschheit.

Der renommierte britische Physiker Stephen Hawking erregte erneut weltweite Aufmerksamkeit, als er ein Datum für den möglichen Untergang der Erde prognostizierte: das Jahr 2600. Die Prognose wurde während einer wissenschaftlichen Konferenz in Peking auf einem jährlichen Technologieforum vorgestellt, auf dem der Wissenschaftler die Risiken des unkontrollierten Fortschritts der Zivilisation und des übermäßigen Verbrauchs natürlicher Ressourcen thematisierte.
Hawking, bekannt für seine gewagten Analysen über die Zukunft der Menschheit, erklärte, dass der Planet in weniger als sechs Jahrhunderten unbewohnbar werden könnte, wenn das derzeitige Tempo des Bevölkerungswachstums und des Energiebedarfs beibehalten wird. Seiner Meinung nach stünde die Menschheit vor einer kritischen Frist, um außerhalb der Erde nach tragfähigen Alternativen zu suchen.
Die Erklärung wurde per Videokonferenz direkt aus Großbritannien während des WE-Gipfels von Tencent abgegeben. Hawking beschrieb ein dramatisches Szenario, in dem die Zunahme der Bevölkerung und des Stromverbrauchs dazu führen würde, dass der Planet buchstäblich „leuchtend rot glühen” würde, als Folge der übermäßigen Hitze, die durch menschliche Aktivitäten erzeugt wird.
Überbevölkerung und beschleunigter Energieverbrauch
Für den Wissenschaftler wäre der Hauptfaktor hinter diesem möglichen Zusammenbruch die Überbevölkerung. Er betonte, dass sich die Zahl der Einwohner unseres Planeten etwa alle vier Jahrzehnte verdoppelt, was einen zunehmenden Druck auf die natürlichen Ressourcen und die Energieerzeugungssysteme ausübt.
Die Warnung beschränkte sich nicht nur auf das Bevölkerungswachstum. Der Physiker wies auch auf die physikalischen Grenzen des Planeten hin und betonte, dass die Erde nur über eine begrenzte Tragfähigkeit verfügt. Wenn keine tiefgreifenden strukturellen Veränderungen in der globalen sozialen und wirtschaftlichen Organisation stattfinden, könnte es seinen Schätzungen zufolge in ein bis zehntausend Jahren zum Aussterben aller Lebewesen kommen.
Globale Erwärmung und ein Szenario ähnlich wie auf der Venus
Als Autor des Bestsellers „Eine kurze Geschichte der Zeit“ vertiefte Hawking seine Umweltbelange in der von der BBC produzierten Dokumentation „Stephen Hawking: Expedition New Earth“. Darin beschreibt er die Menschheit als an einem kritischen Punkt in Bezug auf die globale Erwärmung.

Ihren Analysen zufolge könnte die anhaltende Emission von Treibhausgasen zu Bedingungen auf der Erde führen, die denen auf der Venus ähneln. In diesem Extremfall würden die Durchschnittstemperaturen etwa 250 °C erreichen und die Atmosphäre würde ständig Schwefelsäureregen produzieren.
Hawking erwähnte auch, dass menschliche Ambitionen und die Schwierigkeit, wirksame Umweltpolitiken umzusetzen die Bewältigung der Klimakrise noch komplexer machen. Seiner Meinung nach verschärft die Kombination aus raschem Wirtschaftswachstum und mangelnder globaler Koordination das Risiko eines ökologischen Zusammenbruchs erheblich.
Weltraumkolonisierung als einziger Ausweg
Angesichts dieser alarmierenden Aussichten vertrat Hawking die Ansicht, dass die einzige Alternative, um das Überleben der Menschheit zu sichern, darin bestünde, multiplanetarisch zu werden. Inspiriert von der Science-Fiction-Serie Star Trek schlug er vor, die interstellare Erforschung zu einer strategischen Priorität zu machen.
Der Wissenschaftler unterstützte Initiativen wie das Projekt Breakthrough Starshot, das den Einsatz von Nanoraumschiffen, die durch Lichtstrahlen angetrieben werden, zur Erforschung des Sternsystems Alpha Centauri vorsieht. Mit dieser Technologie könnte man den Mars in weniger als einer Stunde erreichen und das benachbarte Sternsystem in etwa 20 Jahren.
Im Alter von 21 Jahren wurde bei ihm amyotrophe Lateralsklerose diagnostiziert. Hawking widmete sein Leben der Erforschung des Universums und der Schwarzen Löcher. Bis zum Ende seiner Karriere war er davon überzeugt, dass die Erforschung des Weltraums nicht nur ein wissenschaftlicher Fortschritt sei, sondern eine dringende Notwendigkeit, um das endgültige Verschwinden der Menschheit zu verhindern.
Quellenhinweis:
O Globo. Qual é o ano em que o planeta deixaria de existir? A resposta de Stephen Hawking. 2026