Experimentelle Archäologie erleben im Museumsdorf Düppel

Im Freilichtmuseum Düppel im Süden von Berlin sind Besucher eingeladen, mehr über mittelalterliche Lebensweisen in der Region zu erfahren. Im März öffnet es nach der Winterpause wieder. Hier finden Sie weitere Informationen über das Projekt.

© Tânia Cardoso
Das Museumsdorf Düppel liegt im Ortsteil Nikolassee im Südwesten Berlins. © Tânia Cardoso


Am Stadtrand von Berlin liegt das Museumsdorf Düppel, ein Freilichtmuseum, das Besuchern eine einzigartige Möglichkeit bietet, in das alltägliche Leben frühmittelalterlicher Siedler einzutauchen. Laut der Stadtmuseum Berlin Website ist das Museumsdorf einer dort ehemals gelegenen mittelalterlichen Siedlung im Zeitraum von 1170 bis 1220 nachempfunden. Deren Überbleibsel wurden Ende der 30er Jahre entdeckt und seit 1967 im heutigen Landschaftsschutzgebiet am Krummen Fenn ausgegraben. Zwischen 1975 und 2008 wurden dann zahlreiche archäologische Befunde wie Häuser, Palisaden, Brunnen, Öfen und Zäune rekonstruiert.

Hands-On Forschung und Freilichtlabor

Dort grabende Archäologen haben im Laufe der Jahre in Düppel viele Artefakte gefunden und aufschlussreiche Einblicke in das alltägliche Leben der Menschen gewonnen, die einst dort siedelten. Die anhand der gewonnenen Erkenntnisse rekreierten Behausungen wurden seit den 70ern mit lokal verfügbaren Materialien und mit im 12. Jahrhundert existierenden Werkzeugen und Methoden experimentell nachgebaut. Das zehn Fußballfelder große Gelände des Freilichtmuseums wird noch heute von Mitgliedern des 1975 gegründeten Fördervereins Museumsdorf Düppel e.V. gepflegt und belebt. Neben seiner Funktion als Museum fungiert Düppel als Freilichtlabor sowie als “lebendiges Forschungs- und Experimentierfeld”, in dem der Verein umfangreiche Kenntnisse über mittelalterliche Techniken des Hausbaus, der Woll- und Leinenverarbeitung, Landwirtschaft, Tierhaltung, Nahrungszubereitung, Holz- und Metallverarbeitung und Töpferei sowie der Teergewinnung erarbeitet. Das Museumsdorf bietet Besuchern aller Altersgruppen Führungen und interaktive Workshops an, die ihnen auf anschauliche und informative Weise Geschichte näher bringen sollen.

Ein charmanter und informativer Aspekt des Besuchs des Museumsdorf Düppel ist die Möglichkeit traditionelles Handwerk in Aktion zu sehen. Das beinhaltet die Ausstellung vor Ort hergestellter Gegenstände und Produkte in diversen Phasen ihrer Fertigstellung zum fertigen Produkt, das teilweise dann auch erworben werden kann. Die Mitglieder des Vereins erforschen experimentell und “live” alte Techniken und wenden sie an, wirken nebenher mit ihrer selbstangefertigten Bekleidung als authentische Komparsen, auch wenn man sie, nicht ganz so streng, eventuell mal am Handy sprechen sieht. Verschiedene Handwerker demonstrieren Methoden und Werkzeuge der Epoche, schmieden, giessen Bronze und weben und fördern so das Bewusstsein für vergangene Arbeitsmethoden. Neben dem Handwerk bietet das Museum lehrreiche Ausstellungen, die sich mit verschiedenen anderen Aspekten des mittelalterlichen Lebens der Region befassen. Die Darsteller, die an den Wochenenden das Gelände bewohnen, beheizen ihre Häuser traditionell mit Holz, pflegen den Garten mit Kulturpflanzen, mit denen sie auch kochen, kümmern sich um die Nutztiere, wie die Schafe, deren Wolle sie verarbeiten. Sie beantworten oft auch gerne die Fragen der Besucher und geben ihr bereits erworbenes Wissen großzügig weiter.

Gut zu wissen

Das Museumsdorf Düppel öffnet am 16. März wieder seine Tore für die Saison mit dem “Märkischen Winteraustreiben”. An diesem Tag gibt es Umzüge mit Musik und selbst gebastelte Strohpuppen, die nach alter Tradition den Winter symbolisieren, werden feierlich verbrannt. Auf diese Weise verabschiedet die Gemeinde zusammen mit den Besuchern den Winter und begrüßt den Frühling. Dieser Event geht von 10 bis 18 Uhr und laut der Website des Stadtmuseums Berlin kostet der Eintritt am diesem Tag 6 Euro bzw. 4 Euro ermäßigt . Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.

Generell sind Besucher während der Saison samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 10 und 18 Uhr willkommen. In den Schulferien ist das Museumsdorf außerdem bis auf Mittwoche täglich geöffnet. Düppel liegt im Ortsteil Nikolassee (Steglitz-Zehlendorf) im Südwesten Berlins, nahe der Grenze zu Brandenburg. Das Museumsdorf Düppel beteiligt sich an der Initiative Museumssontag und bietet entsprechend an jedem ersten Sonntag im Monat freien Eintritt. Eintrittskarten können direkt vor Ort oder Online auf der Website erworben werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

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