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Wird der weltweite Temperaturanstieg 2018 durch Vulkan Agung gestoppt?

Der nationale meteorologische Wetterdienst des Vereinigten Königreichs Met Office sagt ein weltweit warmes Jahr 2018 voraus. La Niña wird die extremen Temperaturen senken, so auch der Agung Vulkan auf Bali, wenn er ausbrechen sollte. 

Juan José Villena Juan José Villena Daniela Aragón 22 Dez 2017 - 11:51 UTC
Wetter 2018 und der Angung Vulkan
In der Grafik ist die globale Durchschnittstemperatur, bezüglich der Grundlinie zwischen 1850 und 1900 zu sehen. Quelle: Met Office

Der nationale meteorologische Wetterdienst des Vereinigten Königreichs (Met Office) sagt ein weltweit warmes Jahr 2018 voraus. Dank La Niña wird der Temperaturrekord jedoch nicht gebrochen werden, denn das Wetterphänomen ist weiterhin über dem Pazifik aktiv. „2018 werden die weltweiten Temperaturen weiterhin hoch sein, jedoch weist der aktuelle Zustand von La Niña darauf hin, dass sie Durchschnittstemperaturen um die 0,1ºC niedriger als erwartet ausfallen könnten“, erklärt Doug Smith, Wissenschaftler des Met Office.

Laut dem Met Office, wird sich im kommenden Jahr eine positive Temperaturanomalie von 0,88ºC und 1,12ºC, im Gegensatz zum Durchschnitt vor dem industriellen Zeitalter, zeigen. Diese Daten würden einen Anstieg zwischen 0,28ºC und 0,52ºC, im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen zwei Jahrzehnte (14,3ºC), bedeuten.

Das Jahr 2017 hat die britischen Wissenschaftler überrascht. Vor einem Jahr wurde eine Temperaturanomalie von +0,75ºC vorausgesagt, die Daten von Januar bis September zeigen jedoch, dass die weltweite Durchschnittstemperatur 1,05ºC über den Werten vor dem industriellen Zeitalter liegt.

Laut der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), wird 2017 unter die wärmsten drei Jahre, seit Aufzeichnungsbeginn fallen und das wärmste ohne, dass El Niño wütet. Die 11 verstrichenen Monate unterstützen die Theorie, nachdem er sich zum drittwärmsten, seit Aufzeichnungsbeginn, entwickelt hat. So deutet auch die Eisschicht der Arktis und der Antarktis darauf hin, denn laut der US-amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA), hält sich diese, nahezu ohnegleichen, auf einem Minimum.

Omar Baddour, leitender Wissenschaftler der OMM, versichert: „wichtiger als ein individuelles Jahresranking, ist die globale Tendenz der Erwärmung seit Ende der 70er Jahre und besonders seit Ende des Jahrhunderts.“ Seit 2000 wurden 16 von 17 Jahren als die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn protokolliert.

Agung Vulkanausbruch auf Bali
Agung Vulkan im November. Michael W. Ishak, Delphine Ménard (Wikimedia)

Der Agung Vulkan könnte die Temperaturen senken

Die Vorhersage des Met Office berücksichtigt keine unvorhersehbaren Ereignisse, wie zum Beispiel einen heftigen Vulkanausbruch, der einen temporären Temperaturabfall verursachen würde. „Der Vulkan Agung in Bali beispielsweise ist aktiv und es wurden kürzlich mehrere kleine Ausbrüche registriert. Sollte es im kommenden Jahr zu einem heftigen Vulkanausbruch kommen, könnten die weltweiten Temperaturen zeitweise merklich zurückgehen“, so Adam Scaife, Leiter der Abteilung für langfristige Vorhersagen im Met Office.

Ein Vulkanausbruch wirkt sich nur dann merklich auf das Klima aus, wenn es sich um eine explosive Eruption handelt, bei der Gase und Asche entstehen, die bis in die Stratosphäre gelangen und hohe Schwefelwerte (SO2) aufweisen. Wenn SO2 in diese Schicht eindringt, erwärmt sich diese und kühlt gleichzeitig die Oberfläche ab, ganz im Gegenteil zum Kohlendioxid. Sollte es zu solch einem heftigen Vulkanausbruch kommen, dann könnten sich die Auswirkungen über mehrere Jahre bemerkbar machen. Momentan haben der Rauch und die Asche des Agung Vulkans diese Woche, im Osten Javas, zu Ausfällen von kommerziellen Flügen geführt.

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