Sind Kühe so klimaschädlich wie Autos?

Kühe sind für einen hohen Anteil der klimaschädlichen Methanemissionen verantwortlich, die wiederum die Erderwärmung beeinflussen. Aber ist dieser schlechte Ruf tatsächlich gerechtfertigt?

Maider Rodríguez Maider Rodríguez Daniela Aragón 07 Mär 2019 - 11:00 UTC
Kühe und der Klimawandel
Methan ist für 15% der Erderwärmung verantwortlich.

Eine Kuh kann bis zu 300 Liter Methan am Tag erzeugen. Ein Gas, das für den Treibhauseffekt verantwortlich ist und in der Natur vorkommt. Es entsteht durch Zersetzung von organischem Material. Kühe produzieren klimaschädliches Methangas während ihres Verdauungsprozesses. Aber das ist nicht nur bei Kühen der Fall, auch Schafe, Schweine, Hühner und sogar Termiten sind für die Methanproduktion verantwortlich. Wir Menschen sind ebenfalls beteiligt: fossile Brennstoffe, landwirtschaftliche Betriebe und Mülldeponien.

Studie über die Auswirkungen von Kühen auf den Klimawandel

Im Jahr 2006 kam eine Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zu dem Schluss, dass die Viehzucht für 18% der Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich sei. Auch wenn Kohlendioxid hauptsächlich den Treibhauseffekt verursacht und Methan über einen kürzeren Zeitraum in der Atmosphäre verweilt, ist es doch in der Lage 24 Mal so viel Wärme wie CO2 aufzunehmen. Seit dieser Studie haben Kühe unter einem schlechtem Ruf zu leiden, denn ihnen wird vorgeworfen, dass sie die Luft sogar stärker als Autos verschmutzen könnten. Jedoch musste die Studie der FAO nach einiger Zeit korrigiert werden, denn die Daten stimmten nicht mit der Wirklichkeit überein. Bei der Auswertung der Verkehrsemissionen wurden die Auswirkungen der Produktion, Montage, Instandhaltung der Infrastrukturen usw. auf das Klima ignoriert. Als jedoch die Auswirkungen der Viehzucht ausgewertet wurden, sind die Emissionen durch die Herstellung von Düngemitteln, den Futtermittelanbau oder die direkte Verschmutzung durch das Vieh von seiner Geburt an berücksichtigt worden. Der Vergleich wurde somit nicht richtig aufgestellt.

Aber wenn doch die Viehzucht noch nie solch eine große Wirkung auf die Umwelt und das Klima gehabt hat, warum soll es dann heutzutage anders sein? Es ist offensichtlich, der Mensch ist für den hohen Konsum und die Produktionsweise verantwortlich. Wildkühe sind nicht so klimaschädlich. Jedoch hat die Herstellung, der Konsum und der Viehhandel zur Fleisch- und Milchgwinnung oder auch zur Schuhproduktion Auswirkungen, die von der Natur nicht mehr im Gleichgewicht zu halten sind.

Klimaschädliches Methangas verwerten

Das Bedürfnis schärft den Einfallsreichtum. Dies zeigen mehrere Initiativen der letzten Jahre. Eine der jüngsten ist die Verwendung von Abwasser, das in Biomethan umgewandelt wird und ein alternativer Kraftstoff für unsere Fahrzeuge ist. Durch Biomethanfahrzeuge können die CO2-Emissionen, im Vergleich zum Gebrauch von Benzinfahrzeugen, um 80% gesenkt werden.

In nicht allzu ferner Zukunft werden wir es erstaunlich finden, Verbrennungsfahrzeuge verwendet zu haben. Biomethanfahrzeuge, oder ähnlich betriebene Fahrzeuge, werden die Norm sein.

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