Investitionen in Erneuerbare müssen sich bis 2030 verdreifachen

45 Regierungen aus Afrika, Amerika, Asien und Europa betonten auf einem Gipfeltreffen die entscheidende Rolle, die erneuerbare Energien und Energieeffizienz bei der Einhaltung der Klimaziele inne haben.

Klimakonferenz
Verdreifachung der Investionen in Erneuerbare bis 2030 notwendig

Auf der Konferenz Summit for a New Global Financing Pact vom 23.-25. Juni 2023 in Paris drehte sich alles um die dringend benötigten Investitionen in erneuerbare Energien und deren Finanzierung, speziell für Schwellen- und Entwicklungsländer, den so genannten Emerging Market and Developing Economies (EMDEs).

Verdreifachung der Geschwindigkeit und der Finanzmittel notwendig

Um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, müssen sich die Ausgaben für saubere Energie in EMDEs bis 2030 mehr als verdreifachen. Dies geht weit über die Kapazität einer alleinigen öffentlichen Finanzierung hinaus und erfordert eine beispiellose Mobilisierung von privatem Kapital. Der Sonderbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) und der International Finance Corporation (IFC) unter dem Titel Scaling Up Private Sector Finance for Clean Energy in Emerging and Developing Economies bildete die Grundlage für die Konferenz. Der Bericht beschreibt die derzeit wichtigsten Hindernisse bei der Umsetzung der Investitionsplanungen. Er nennt aber auch die Optionen zu deren Beseitigung und stellt die politischen Maßnahmen und Finanzinstrumente vor, die zu einer Beschleunigung der privaten Kapitalströme für die Energiewende führen können.

IFC-Geschäftsführer Makhtar Diop betonte, dass der Kampf gegen den Klimawandel in Schwellen- und Entwicklungsländern gewonnen werde, in denen das Potenzial für saubere Energie groß sei, das Investitionsniveau jedoch weit unter dem läge, wo es sein solle. Um den dringenden Energiebedarf und die Ziele zur Emissionsreduzierung in Schwellenländern zu bewältigen, müsse schnell und in großem Umfang privates Kapital mobilisiert werden. Diop sieht den Bericht als Aufruf zum Handeln.

Am Ende des Gipfeltreffen schlugen die Teilnehmer, darunter Vertreter aus 32 Ländern und regionalen Organisationen sowie 27 internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen, einen Fahrplan vor, in dem sie die IEA aufforderten, Empfehlungen abzugeben, »…wie die Kapitalkosten für Investitionen in saubere Energie in Schwellen- und Entwicklungsländern gesenkt werden können,« Die finalen Entscheidungen dazu sollen im Februar 2024 erfolgen.

Beispiel: Wasserstoffprojekt Oman

Auch in reichen Volkswirtschaften sind Investitionen erforderlich sein, damit der Umstieg auf sauberere Energie gelingt. Chancen dazu gibt es. Der aktuelle IEA-Bericht »Renewable Hydrogen from Oman: A Producer Economy in Transition« zeigt am Beispiel Oman, wie erneuerbare Ressourcen und riesige Landflächen den Golfstaat bis 2030 zu einem wettbewerbsfähigen, emissionsarmen Wasserstofflieferanten machen könnten.


Oman will bis 2030 mindestens 1 Million Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr produzieren. Bis 2040 sollen es bis zu 3,75 Millionen Tonnen – und bis 2050 bis zu 8,5 Millionen Tonnen sein, was mehr wäre als der heutige gesamte Wasserstoffbedarf in Europa. Um die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff im Oman bis 2030 auf 1 Million Tonnen zu steigern, sind Gesamtinvestitionen von rund 33 Milliarden US-Dollar erforderlich.

Vorbereitung für die Weltklimakonferenz COP 28 in Dubai

»Die Bedeutung der Energieeffizienz für die Stärkung der Energiesicherheit und die Wahrung des Ziels, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, kann nicht oft genug betont werden. Daher freue ich mich, dass sich Länder aus der ganzen Welt hinter der Forderung der IEA zusammenschließen, die Fortschritte bei der Energieeffizienz bis 2030 zu verdoppeln», sagte Dr. Birol, der Exekutivdirektor der IEA. Seiner Meinung nach werde dies den Bemühungen für ein ehrgeiziges Ergebnis bei der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai mehr Dynamik zu verleihen.

Die Erklärung diese kleinen Energiegipfels von Versailles zum »entscheidenden Jahrzehnt für Energieeffizienz« fordert alle Parteien und Interessengruppen, die an der COP28-Klimakonferenz in Dubai teilnehmen, auf, ihre Zielsetzungen zu verstärken und die Umsetzung der Energieeffizienzpolitik in Einklang mit dem Pariser Abkommen von 2015 zu bringen.

Es unterstreicht, dass wirksame politische Maßnahmen umfassend beschlossen und umgesetzt werden müssen, um Verhaltensänderungen bei Verbrauchern und Unternehmen zu fördern. Spezielles Augenmerk sollte dabei auf Unterstützung von Haushalten mit niedrigem Einkommen liegen. Darüber hinaus wurden Digitalisierung, bedarfsorientierte Lösungen und Investitionen in die Modernisierung der Stromnetze als Prioritäten identifiziert, die den Grundstein dafür legen werden, dass Energieeffizienz in allen Bereichen der Energiewende zum Tragen kommt.

Fazit

Konferenzen wie diese bzw. auch die zuvor stattgefundene 8. Globale IEA-Konferenz in Paris vom 6.-8 Juni 2023 unterstreichen die durchaus vorhandenen Bemühungen von Verbänden und Politik, die notwendige Transformation zu erneuerbaren Energieträgern voranzubringen.

Auch hier ist alles eine Geldfrage, aber wenn man die Kosten der möglichen Klimafolgen bei einem „Weiter so“ berücksichtigt, sind Größenordnungen der Staatengemeinschaften und der Privatwirtschaft bzw. von privaten Investoren im unteren dreistelligen Milliardenbereich ein kleiner Beitrag für eine notwendige Dynamisierung der Energiewende.

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