Schock für alle Winterfans: So werden wir an der Nase herumgeführt!

Das wird ein extrem kalter Winter. Es gibt viel Schnee. Der Polarwirbel bringt den Superwinter. Kennt Ihr auch diese Schlagzeilen? Was ist davon geblieben?

Falsche winterprognosen lügen
Wieder einmal wurden total falsche Winterprognosen ausgegeben. Es ist fast schon eine Kunst so oft daneben zu raten.

Ich bin ein Fan des Winters und ich käme mir aktuell irgendwie mal wieder ganz schön auf den Arm genommen vor. Aktuell ist das nur deswegen nicht mehr der Fall, da ich mittlerweile selbst einschätzen kann, was echte Wetterprognosen sind und was reine Scharlatanerie. In jungen Jahren habe ich Meteorologen immer ganz aufgeregt zugehört, als sie im Herbst Prognosen über den Winter abgegeben haben. Meist waren das genau die Prognosen, die ich hören wollte: Es wird richtig kalt und es gibt viel Schnee. Größtenteils gingen dieser Prognosen aber auch in die Hose. Das war dann der Punkt, an dem ich mich entschied mich näher mit Meteorologie zu beschäftigen.

Was war ich jedes Mal enttäuscht, als es vor Weihnachten von einigen Wetterfröschen hieß, dass es Schnee gibt und am Ende ist dann doch nichts passiert. Alles blieb grün. Die Zeiten ändern sich, die Märchen einiger angeblicher Wetterexperten scheinbar aber nicht. Das fällt mal wieder besonders mit Blick auf diesen Winter aus. Da wurde wieder alles Mögliche herausgeholt, um einen kalten Winter auszurufen. Der Polarwirbel, La Nina und und und...passiert ist am Ende rein gar nichts oder sagen wir nicht viel.

Mildwinter statt Eiswinter mit viel Schnee

Statt eines kalten und schneereichen Winters ist der aktuelle Winter 2021/22 bisher eher eine kleine Katastrophe für alle Winterfans gewesen. Selbst in den höheren Lagen liegt verdammt wenig Schnee, von den Niederungen muss man erst gar nicht sprechen. Was wurde da nicht alles im Vorfeld von dem ein oder anderen Experten angekündigt: Früh sollte der Winter starten, kälter als der vergangene Winter 2020/21 sollte er werden, der November sollte einer der kälteste Monate werden. Weiße Weihnachten war zu 80 Prozent sicher und das angeblich schon am 1. Advent. Es waren die gleichen inhaltslosen Spekulationen wie damals, als ich als kleiner Junge immer wieder von diesen "Experten" so enttäuscht worden bin. Nichts von alldem ist bisher eingetreten, aber auch gar nichts. Reines Clickbait wie man so schön sagt.

Der November war zu mild, sagt der Deutsche Wetterdienst im nachfolgenden Tweet. Der Winter hat gefühlt bis heute noch nicht mal richtig losgelegt. Aktuell ist der Winter 2,5 Grad zu warm, der Januar allein schon fast 4 Grad wärmer als der Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990. Mal ganz ehrlich: Fühlt Ihr Euch nicht aus auf den Arm genommen? Angeblich befinden wir uns derzeit sogar in einem "Schwachpunkt" des Winters. Gefühlt scheint da eher der gesamte Winter 2021/22 ein "Schwachpunkt" zu sein. Und ausgerechnet inmitten dieses merkwürdigen "Schwachpunkt" des Winters erwarten wir morgen endlich mal wieder so etwas wie Winterwetter. Da sollte wirklich klar sein, dass wildes spekulieren oder nennen wir es raten in der seriösen Naturwissenschaft Meteorologie nichts, aber auch gar nichts zu suchen hat. Das zerstört den Ruf aller seriösen Meteorologen.

Mild bis zum Februar

Nach der kurzen winterlichen Episode, die übrigens von den gleichen Experten wieder total übertrieben dargestellt wird, steigen die Temperaturen rasch wieder an. Der ominöse "Schwachpunkt" des Winters scheint also unvermindert anzudauern und das mindestens bis Anfang Februar. Fazit ist und bleibt: Niemand kann das Wetter für Jahreszeiten schon Monate im Voraus prognostizieren und schon gar nicht im Detail. Weiße Weihnachte vier Wochen vor dem Termin anzukündigen ist einfach nur dummer Unsinn. Lasst Euch von solchen Bauernfängern nicht auf den Arm nehmen.

Woche für Woche rudern die Scharlatane der Wetterbranche hin und her. Nun wird der "große Wintereinbruch" für Ende Januar angekündigt. Wetten, dass das die nächste Winterlüge wird? Es weiß heute auch noch keiner, ob es an Ostern schneien wird oder nicht. Es weiß heute auch noch keiner, ob es im kommenden Sommer viele oder wenige Unwetter geben wird.